Rückblick 2015 – ein ganzes Jahr ohne Zuhause

Sonnenuntergang Gili Trawangan

Viele Reisende sagen, sie seien überall auf der Welt zu Hause.

Wir haben im letzten Jahr zwar nicht die ganze Welt gesehen, aber doch einen recht beachtlichen Teil. Und die meisten der 365 Tage im Jahr 2015 waren wirklich traumhaft.

Aber es gab auch weniger schöne Tage, an denen ich feststellen musste, dass ich keiner dieser Menschen bin, die überall auf der Welt zu Hause sind. Tage, an denen ich mir gewünscht habe, ein klar definiertes Zuhause zu haben.

Meine Definition von Zuhause ist eigentlich ziemlich simpel – und trotzdem auf einer Weltreise manchmal nur schwer realisierbar. In meinem Zuhause fühle ich mich immer geborgen. Ich kenne mich in der Umgebung aus und weiß, in welchem Laden ich die Zutaten für Spaghetti Carbonara bekomme, wenn ich darauf Lust habe. Wenn ich mal einen Tag niemandem begegnen will, lässt sich das leicht realisieren, indem ich einfach die Wohnung nicht verlasse.

Auf Reisen ist das anders. Natürlich ist es aufregend und abenteuerlich, an einem neuen Ort anzukommen und erst mal die Umgebung zu erkunden. Du siehst Dinge, die du vorher nie gesehen hast. Erkennst die Schönheit eines Ortes nicht daran, dass die Straßen perfekt sind, sondern an den bunten Hausfassaden und den fremden Menschen, die dich freundlich lächelnd begrüßen.

Eisverkäufer in Havanna

Aber auch hier kommt irgendwann der Hunger. Und dann kann es dich schon mal zur Verzweiflung treiben, dass du einfach keinen vernünftigen Supermarkt finden kannst. Klar, Essen gehen ist sowieso bequemer. Aber das mache ich zu Hause ja auch nicht jeden Tag.

Auf Reisen bist du außerdem ständig umgeben von Menschen. Da ist es gar nicht so leicht, mal einen ganzen Tag lang niemandem zu begegnen. Du musst ständig Konversation führen – und das ist an manchen Tagen ziemlich anstrengend.

Natürlich gehören zu einem Zuhause auch materielle Dinge. Ein eigenes Bett zum Beispiel. Und ein Kleiderschrank. Wenn man monatelang aus dem Rucksack lebt und alle paar Nächte in einem anderen – meist unbequemen – Bett schläft, sehnt man sich irgendwann danach, einfach nur die Tür des Kleiderschranks aufmachen zu müssen, um das letzte paar saubere Socken zu finden, anstatt den ganzen Rucksack zu durchsuchen.

Und das eigene Bett gibt einem doch ein ganz anderes Gefühl als ein Bett, in dem du nur ein paar Tage schläfst. Dieses wohlige Gefühl, im eigenen weichen, frisch bezogenen Bett einzuschlafen, kann dir kein Hotelbett der Welt geben. Und schon gar nicht eine Matratze im Campervan. Selbst Leute, die nur zwei oder drei Wochen Urlaub machen, vermissen nach so kurzer Zeit am meisten das eigene Bett.

2015 war ein unglaubliches Jahr. Die Zeit schien zu fliegen und gleichzeitig stehen zu bleiben. Ich habe Länder gesehen, von denen ich vorher nichtmal wusste, wo sie genau liegen. Ich bin mit Schildkröten geschwommen. Ich habe die süßesten und freundlichsten Tiere der Welt getroffen. Ich habe die weißesten Strände der Welt gesehen.

Le Grand Beach, Australien

Ich habe im Juni Weihnachten gefeiert. Ich habe wochenlang in Autos gelebt. Ich habe (wieder) Spanisch gelernt. Ich habe auf dem Schwarzmarkt Geld erworben. Ich habe Lamas gestreichelt. Ich hatte Typhus. Ich habe nach 17 Jahren wieder auf einem Pferd gesessen. Ich habe das Paradies gesehen. Ich habe eine Zeitreise in die Mitte des 20. Jahrhunderts gemacht – denn ungefähr so fühlt sich Kuba an.

Kuba Oldtimer

All diese Erfahrungen möchte ich niemals missen. Aber so langsam wird es Zeit, nach Hause zu fahren. Dorthin, wo ich mich uneingeschränkt geborgen fühle – und mir jederzeit Spaghetti Carbonara machen kann, die ich dann in meinem eigenen Bett esse.

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

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