Ein Besuch in Angkor – Kambodschas Gegensätze Teil 1

Angkor Wat

Tempel sind nicht so mein Ding.

Ich glaube, das habe ich mittlerweile mehrfach deutlich erwähnt. Es gibt ja Leute, die sagen, ich könnte nicht einfach behaupten, dass alle Tempel gleich sind. Ist vermutlich auch nicht so, aber ich finde Tempel einfach total unspannend.

Ich kriege beim Besuch eines Tempels dasselbe Gefühl wie bei IKEA – ich werde sehr schnell so seltsam müde und möchte am liebsten direkt wieder gehen. Je nach Wetter kommen auch noch Kopfschmerzen dazu.

Genau so war es auch in Angkor. Aber ich habe es durchgestanden und war hinterher doch sehr beeindruckt, was für riesige Ruinen da nördlich von Siem Reap rumstehen.

Mit dem Tuk Tuk nach Angkor

Nachdem wir beim Frühstück beschlossen hatten, dass heute der richtige Tag für einen Ausflug nach Angkor ist, sprachen wir den erstbesten Tuk Tuk-Fahrer auf der Straße an. Wir hatten von Freunden die Info bekommen, dass ein Tuk Tuk für den ganzen Tag höchstens 12 Dollar kosten sollte.

Natürlich fing der gute Mann bei 20 Dollar an und ließ sich auch nicht direkt auf die von uns vorgeschlagenen 12 ein, aber nach einem weiteren Verhandlungsversuch seinerseits, bei dem wir weiter auf unsere 12 Dollar beharrten, gab er nach und ließ uns einsteigen.

Across Angkor by Tuk Tuk

Menschenmassen in Angkor Wat

Die Fahrt nach Angkor dauert ca. 20 Minuten und wir kamen relativ spät, nämlich erst gegen 10:30 Uhr, an unserem ersten Tempel, dem Angkor Wat, an. Die ganz Verrückten fahren ja bereits vor Sonnenaufgang nach Angkor Wat, um dann dort mit einer gefühlten Million anderer Touristen die Sonne aufgehen zu sehen. So hat es meine Freundin Nadira letztens formuliert – aber sie hat auch gesagt, dass du mit etwas Glück in der ersten Reihe stehen und die anderen Menschen um dich rum vergessen kannst.

Ich hatte natürlich Bilder von Angkor Wat im Kopf. Idyllische Bilder, auf denen nur die Ruinen und die Natur zu sehen sind. Das sind vermutlich die ganzen Bilder Schuld, die ich auf Facebook und Instagram und sonst wo gesehen habe. Da ist nämlich nie ein Mensch drauf – außer vielleicht der, dem das Bild gehört.

Tatsächlich ist es aber so, dass Angkor Wat an dem Tag total überlaufen war. Und ich befürchte, dass das meistens so ist und Tag und Uhrzeit dabei keine Rolle spielen. Für mich war es jedenfalls unmöglich, ein Bild zu machen, auf dem keine Menschen drauf sind. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich beim Fotografieren generell einfach zu ungeduldig bin.

Angkor Wat

Jedenfalls habe ich schnell resigniert und stattdessen Bilder gemacht, auf denen möglichst viele Menschen zu sehen sind – einfach, um dir die Illusion zu nehmen, dass es da menschenleer ist.

Am schlimmsten war der Aufstieg ganz oben in den Tempel – oder eher der Abstieg. Da durften wir nämlich bei gefühlten 40 Grad und ohne Wind knapp eine halbe Stunde in der Schlange stehen, bis wir diese verfluchten Stufen wieder runter gehen konnten. Und warum? Weil jeder Hinz und Kunz auf der Treppe stehen bleibt, um ein Foto von sich machen zu lassen, das er sich sowieso nie wieder anguckt.

Angkor Wat

Baustelle am Bayon Tempel

Nach zwei Stunden hatten wir also genug von Angkor Wat und weckten unseren Tuk Tuk-Fahrer, der in einer Hängematte in seinem Tuk Tuk ein Nickerchen gemacht hatte.

Als nächstes fuhren wir zum Bayon Tempel, der als der schönste Tempel in der ganzen Anlage gilt. Leider war dort eine riesige Baustelle, die den schönsten Tempel nicht mehr ganz so schön dastehen ließ. Nichtsdestotrotz fand ich den Bayon wirklich beeindruckend.

Angkor Wat Bayon Temple

Der riesige Bagger ist auf dem Bild leider nicht zu sehen.

Diese ganzen Gesichter, die den Tempel zieren – einfach verrückt und sehr schön anzusehen. Der Bayon Tempel ist Buddha geweiht und wurde ursprünglich als Palast für Götter errichtet. Entsprechend gibt es dort viele kleine Tore und Gänge, die das Erkunden des Tempels wirklich zu einem Erlebnis machen. Und hier waren tatsächlich viel weniger Menschen, die den schönen Anblick des Bayon gestört hätten.

Angkor Wat Bayon Temple

Angkor Wat Bayon Temple

Mein Highlight: der Ta Prohm Tempel

Nach einer Stunde im Bayon fuhren wir weiter zum Ta Prohm. Der Tempel steht auf einer von einer Mauer umgebenen Fläche, die ca. 60 Hektar groß ist. Die Tempelanlage selbst ist ca. einen Hektar groß und war für mich das Highlight unseres Besuchs in Angkor.

Angkor Wat Ta Prohm

Auch hier sind die für den Bayon-Stil typischen Gesichter zu finden. Viel eindrucksvoller sind aber die riesigen Würgefeigen, deren Wurzeln überall über die Mauern des Tempels wachsen. Der Ta Prohm wurde nie restauriert – es wurden nur Pflanzen und Mauersteine so weit entfernt, dass man die Anlage besuchen kann, ohne in Lebensgefahr zu geraten.

Angkor Wat Ta Prohm

Angkor Wat Ta Prohm

Auch die Umgebung des Tempels ist wirklich schön und hier fanden wir die Ruhe, die wir in den anderen Tempeln vermisst hatten – sei es wegen der ganzen Besucher oder wegen der Baustelle.

Mit dem Besuch von Ta Prohm war unsere Angkor Tour dann auch schon wieder beendet – man soll schließlich aufhören, wenn’s am Schönsten ist. Insgesamt war ich trotz meiner Tempel-Phobie sehr beeindruckt von den Bauwerken und musste mich immer wieder fragen, wie die Menschen vor so vielen Jahren dazu imstande waren, diese riesigen Anlagen zu errichten und mit den vielen, teilweise winzigen Wandverzierungen zu versehen.

Angkor Wat

Angkor Wat

Warst du schon mal in Angkor? Wie hat es dir gefallen?

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

2 Kommentare

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  • Ja, Angkor Wat ist schon ziemlich überlaufen, und auch ich fand den Ta Prohm am beeindruckendsten. Ich habe den Sonnenaufgang über Angkor Wat auch gesehen – es ist schon beeindruckend, wie die Silhouette langsam aus der Dunkelheit auftaucht. Allerdings ist es nicht romantisch, denn es sind tatsächlich hunderte Touristen zugegen.

    Als kleiner Tipp, um Angkor Wat relativ ungestört zu besichtigen: nach dem Sonnenaufgang kehren die meisten Bustouristen wieder zum Frühstück in ihre Hotels in Siem Reap zurück. Sprich, ist es so zwischen 7-9 Uhr Früh relativ ruhig dort, wir verzichteten gern einmal aufs Frühstück und konnten die Anlage genießen. Ab 9.30 kehren dann alle wieder zurück zum Tempel, während wir dann gemütlich frühstücken gingen 🙂

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