Wie finde ich den billigsten Campervan?

Campervan Neuseeland

Für uns war schnell klar, dass wir sowohl Australien als auch Neuseeland mit dem Camper erfahren möchten.

Unser Road-Trip durch Namibia war schon fast ein halbes Jahr her und wir wollten endlich wieder mit einem eigenen Auto mobil sein. Endlich wieder frei entscheiden, wann wir wohin fahren und spontan bleiben, wo es uns gefällt. Oder eben weiterfahren, wenn es uns nicht gefällt oder das Wetter einfach Mist ist.

Die Entscheidung, einen Road-Trip mit einem Campervan zu machen, stand also fest. Als nächstes ging es an die Recherche. Wie finde ich den billigsten Campervan, der auch noch meinen Vorstellungen entspricht?

Acht Tipps, um den günstigsten Preis zu finden

Es gibt eine ganze Reihe von Anbietern – in Australien noch mehr als in Neuseeland. Und jeder Anbieter hat verschiedene Modelle im Angebot. Die reichen von einfachen umgebauten Kombis, in deren Kofferraum du schläfst, bis hin zu richtig großen, voll ausgestatteten Wohnmobilen, in denen bis zu sechs Erwachsene Platz finden.

Die größten Anbieter von Campervans sind Apollo, zu denen auch die Marken Cheapa Campa, Hippie und StarRV gehören und Britz mit den Marken Maui, KEA und mighty. Außerdem gibt es noch die vermeintlich günstigen Anbieter Travellers Autobarn, Jucy und Wicked Campers, die bei den großen mitspielen.

Und wie finde ich unter den ganzen Angeboten jetzt das günstigste? Hier kommen meine Tipps für eine erfolgreiche Suche nach dem günstigsten Campervan in Australien oder Neuseeland.

1. Definiere, was du möchtest

Als erstes solltest du dir überlegen, was für ein Fahrzeug du eigentlich fahren möchtest. Reicht dir ein umgebauter Kombi, in dem du nichts anderes tun kannst als schlafen und fahren? Oder möchtest du auf ein bisschen Komfort nicht verzichten und suchst deshalb nach einem richtigen Campervan mit großer Fahrerkabine, Schlafbereich und Küchenzeile – oder sogar mit Dusche und Toilette?

Die besten Anbieter für die ganz simplen Fahrzeuge sind Travellers Autobarn, Jucy und Wicked Campers. Für uns kam ein Kombi aber nicht infrage. Ein bisschen Komfort wollten wir schon haben – wir wussten schließlich aus Namibia, wie unbequem so ein Dachzelt auf Dauer werden kann.

Wenn du einen richtigen Van fahren willst sind Apollo und Britz mit ihren diversen Marken die beste Anlaufstelle.

2. Buch nicht zu spät

Sobald du dich entschieden hast, einen Road-Trip mit einem Mietwagen zu machen, solltest du mit der Suche nach dem geeigneten Fahrzeug anfangen. Je später du buchen willst, desto wahrscheinlicher wird es, dass für deinen gewünschten Zeitraum gar keine Fahrzeuge mehr verfügbar sind – oder zumindest nicht in der Preisklasse und Kategorie, die für dich infrage kommen.

Ich habe zum Beispiel Anfang Juli für einen dreiwöchigen Zeitraum im August nach Campervans in Perth gesucht und bekam nur noch das Ergebnis, dass für diesen Zeitraum bereits alles ausgebucht ist. Du solltest also mindestens eineinhalb, besser zwei bis drei Monate vorher mit der Suche anfangen.

3. Nutz Vergleichsseiten

Genau wie bei Flügen und Mietwagen gibt es auch für Campervans eine Reihe von Vergleichsseiten. Dazu gehören für die oben genannten Vermieter zum Beispiel DriveNow, VroomVroomVroom und die deutsche Seite CamperDays.

Ich habe alle drei Vergleichsseiten genutzt und die Angebote auch mit denen auf den Seiten der Vermieter verglichen. Grundsätzlich ist es so, dass die Preise der Vergleichsseiten immer günstiger sind als direkt beim Vermieter. Das sind manchmal nur 50 €, manchmal aber auch 200 €.

CamperDays.de Suchergebnisse

Ich habe sowohl unseren Camper in Australien als auch den in Neuseeland letztendlich über CamperDays gebucht. Der Preis war immer der günstigste und meiner Meinung nach ist auch die Seite am übersichtlichsten. Du siehst direkt auf der Seite der Suchergebnisse, was das Fahrzeug kostet und welche Leistungen im Preis enthalten sind. Auf den anderen Vergleichsseiten sind die Ergebnisse dagegen eher unübersichtlich.

DriveNow Campervan Suchergebnisse

VroomVroomVroom Campervan Suchergebnisse

Auch die Usability ist bei CamperDays am besten. Alle zusätzlichen Infos wie Details und Mietbedingungen gehen in einem Pop-Up auf – bei DriveNow und VroomVroomVroom wird einfach direkt eine neue Seite geöffnet und die Seite mit den Suchergebnissen verschwindet.

4. Sei flexibel

Du solltest etwas flexibel sein, was die Tage der Abholung und Rückgabe betrifft.

Bei meiner Suche gab es zum Beispiel teilweise große Preisunterschiede je nachdem, ob ich einen Campervan von Sonntag bis Freitag gesucht habe oder von Montag bis Samstag. Bei längeren Mietdauern gewähren manche Vermieter außerdem Rabatte für Langzeitmieten.

Du solltest also einfach mal verschiedene Daten vergleichen und gucken, was die Vergleichsseite ausspuckt.

5. Vergleich die Mietbedingungen

Sobald du einige Ergebnisse hast, die für dich infrage kommen, solltest du die Mietbedingungen vergleichen.

Wie hoch ist die Selbstbeteiligung bei den verschiedenen Anbietern? Musst du die tatsächlich zahlen oder wird sie nur auf deiner Kreditkarte eingefroren? Kannst du die Buchung kostenlos stornieren? Das ist wichtig zu wissen, um Zusatzkosten wie Kreditkarten- oder Stornogebühren zu vermeiden.

Was ist alles im Preis enthalten? Dinge wie Küchenutensilien und Bettwäsche sind beim Camping unerlässlich. Auch ein Tisch und Stühle sind nicht schlecht.

Kommen Zusatzkosten auf dich zu, um die du nicht herum kommst? Vor allem dieser Punkt ist wichtig. Wir hatten in Neuseeland einen Apollo Euro Tourer (VW Crafter). Bei der Rückgabe des Campervans fielen noch Gebühren an, weil es ein Diesel war. Wir mussten 5,50 NZD pro 100 gefahrene Kilometer zahlen, weil auf Diesel eine extra Steuer anfällt, die nicht von den Tankstellen kassiert wird. Deshalb ist Diesel in Neuseeland viel günstiger als Benzin – ein Liter Diesel kostet ca. 1,32 NZD, während ein Liter Normalbenzin ca. 2,12 NZD kostet (Stand Juni 2015).

Apollo Euro Tourer Campervan

Apollo Euro Tourer Campervan

Apollo Hitop Campervan

Apollo Hitop Campervan

Vom Verbrauch her ist der Euro Tourer mit dem Apollo Hitop (Toyota Hiace Benziner), den wir in Australien hatten und der für uns die Alternative darstellte, auf einem Level – beide verbrauchen ca. 12 Liter auf 100 Kilometer. Je mehr Kilometer du fährst, desto mehr Sinn macht der Diesel also trotz der zusätzlichen 5,50 NZD.

Neuseeland Vergleich Diesel vs Benzin

Preisvergleich Diesel vs. Benzin in Neuseeland. Stand Juni 2015

In den Suchergebnissen bei CamperDays war der Benziner für unseren Zeitraum knapp 200 € günstiger als der Diesel. Trotzdem haben wir uns für den Diesel entschieden. Wir sind zwar nur 3.580 Kilometer gefahren, weshalb der Euro Tourer letztendlich immer noch etwas teurer war als der Hitop, aber je mehr Kilometer du fährst, desto kleiner wird der Preisunterschied – und ab einer gewissen Strecke wird der Diesel sogar insgesamt billiger.

Neuseeland Vergleich Campervan Diesel vs Benzin

Preisvergleich Campervan Diesel vs. Benziner in Neuseeland. Stand Juni 2015

Mit dem Euro Tourer hatten wir außerdem den Vorteil, dass wir auch wild campen konnten. In Neuseeland gibt es viele so genannte DOC Sites, auf denen du nur mit einem Self Contained Vehicle – also einem Fahrzeug, das das Abwasser in einem Tank auffängt und häufig eine Toilette hat – wild campen darfst. Die Plätze sind entweder kostenlos oder kosten nur eine kleine Gebühr, haben dafür aber auch nur eine sehr begrenzte Ausstattung.

DOC Site Neuseeland

Mit dem teureren Fahrzeug konnten wir uns also die eine oder andere Nacht auf einem Campingplatz sparen, die im Durchschnitt 35 NZD (ca. 21 €) kostet. Es ist also am Ende nicht immer am billigsten, was auf den ersten Blick so erscheint.

6. Vergleich die Extrakosten

Vieles musst du extra bezahlen. Dabei kassieren die verschiedenen Anbieter für unterschiedliche Dinge.

Bei Apollo zum Beispiel musst du Bettwäsche, Tisch und Stühle extra zahlen. Die erste Gasfüllung kostet extra, ist aber obligatorisch. Bei Britz dagegen ist die erste Gasfüllung optional, dafür ist die Bettwäsche schon im Preis inbegriffen.

Alle Anbieter lassen sich einen Zusatzfahrer extra bezahlen – auch hier solltest du die Preise vergleichen. Du kannst natürlich auf Risiko gehen und einfach keinen zweiten Fahrer anmelden, obwohl eine zweite Person fahren wird. Das finde ich persönlich aber nicht so gut. Die Investition für den Zusatzfahrer würde ich immer tätigen.

In ein Navi hingegen würde ich nie investieren. Alle Vermieter bieten Navigationssysteme an, deren Preis gedeckelt ist. Aber sowohl in Australien als auch in Neuseeland kommst du sehr gut mit einer Karte aus Papier zurecht. Außerdem gibt es für’s Smartphone diverse Apps, die auch offline funktionieren.

Eine weitere wichtige Sache ist die Einwegmiete. Falls du planst, das Fahrzeug an einem Ort abzuholen und an einem anderen abzugeben, fällt häufig eine Einwegmiete an. Die kann im schlechtesten Fall mehrere Tausend Euro kosten. Im besten Fall fällt die Gebühr komplett weg – das ist zum Beispiel bei Apollo der Fall, wenn du das Fahrzeug für mindestens 21 Tage buchst. Dann bekommst du außerdem noch 9% Rabatt auf den Mietpreis. Bei anderen Anbietern konnte ich solche Angebote nicht finden.

7. Lohnt sich das Premium-Paket?

Alle Vermieter bieten Zusatzpakete an, in denen verschiedene Dinge inklusive sind. Bei CamperDays ist sehr übersichtlich dargestellt, welche Unterschiede zwischen dem Basis- und dem Premium-Paket bestehen. Um herauszufinden, ob sich die Investition tatsächlich lohnt, solltest du einfach alle Zusatzleistungen, die du tatsächlich brauchst, einmal manuell auswählen und den Endpreis mit dem vergleichen, den du inkl. Premium-Paket zahlen müsstest.

CamperDays.de Vergleich Basis Premium

Beispielrechnung Apollo / Cheapa Campa

Ich habe beispielhaft mal nach einem Camper in Australien im September gesucht. Bei einem Mietzeitraum von über 21 Tagen lohnt sich das Premium-Paket bei Apollo / Cheapa Campa zum Beispiel gar nicht. Die Einweggebühr fällt sowieso weg und selbst wenn du alle Extras, die du wählen kannst, tatsächlich nimmst, ist der Camper ohne Premium immer noch knapp 300 € billiger als mit. Der einzige Unterschied besteht nur noch darin, dass beim Premium-Paket Glas- und Reifenschäden versichert sind. Aber für 300 € müssten dir schon mehrere Reifen und die Scheibe kaputt gehen, damit sich die Investition in das Premium-Paket tatsächlich lohnt.

CamperDays.de Vergleich Basis Premium Kosten

Kosten ohne Premium-Paket

CamperDays.de Vergleich Basis Premium Kosten

Kosten mit Premium-Paket

Bei einem Mietzeitraum von unter 21 Tagen beträgt die Ersparnis ohne Premium-Paket immer noch knapp 100 €. Da musst du dann selbst wissen, ob du das Risiko der Glas- und Reifenschäden eingehen willst oder lieber nicht.

Bei meiner Recherche konnte ich auch bei einem Camper von mighty keinen wirklichen Vorteil des Premium-Pakets erkennen.

8. Teurer ist nicht gleich besser

Wenn am Ende mehrere Angebote übrig bleiben, die sich im Preis nicht signifikant unterscheiden, bleibt die Frage, bei welchem Anbieter du buchen sollst. Bei fast all meinen Preisvergleichen waren die Angebote von Cheapa Campa und Apollo unter den Top 3. Die Preise unterschieden sich nur marginal.

Bei Cheapa Campa war immer der Vorteil, dass die Selbstbeteiligung, die du tatsächlich bezahlen musst, nur 2.700 Dollar betrug; bei Apollo waren es jeweils 5.000 Dollar. Apollo wirbt hingegen damit, dass alle Fahrzeuge nicht älter als von 2011 sind – Cheapa Campa hat nur Fahrzeuge in der Flotte, die bis 2011 gebaut wurden.

Uns war das Alter des Campervans aber egal. Deshalb buchten wir bei Cheapa Campa – und bekamen tatsächlich einen gut ausgestatteten Apollo. Das ist der Vorteil daran, dass die Vermieter immer mehrere Marken unter einem Dach haben. Solange das gleiche Modell unter verschiedenen Marken angeboten wird, kann es gut sein, dass du ein besseres Auto bekommst, als du tatsächlich gebucht hast.

Hast du noch weitere Tipps, wie man den billigsten Campervan findet?

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

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