Ist Palawan wirklich die schönste Insel der Welt?

El Nido Island Hopping View

Die Leser von Condé Nast Traveller wählten Palawan im Oktober 2014 zur schönsten Insel der Welt.

Aber ist Palawan wirklich die schönste Insel der Welt? Vor allem El Nido ist ja zurzeit bei Reisenden in aller Munde. Traumhafte Strände, traumhaftes Wasser, einfach alles soll traumhaft sein. Als wir unsere Reise auf die Philippinen planten, entschieden wir uns deshalb, unsere Zeit dort fast ausschließlich auf Palawan zu verbringen.

Wir wollten uns selbst davon überzeugen, dass die größte Insel der Philippinen tatsächlich so traumhaft ist. Und wurden enttäuscht.

Ankunft in Puerto Princesa

Als wir in Puerto Princesa landeten, erwarteten wir noch nicht allzu viel. Die Stadt ist schließlich nur der Dreh- und Angelpunkt der Insel, die meisten Leute sind hier nur auf der Durchreise. Wir blieben trotzdem zwei Nächte und guckten uns die Stadt ein bisschen an – mit dem Ergebnis, dass wir da nicht noch mal hin müssen.

Hier reihen sich Fast-Food-Läden aneinander und zu sehen gibt es auch nicht wirklich was – außer typisches Stadttreiben mit viel Verkehr, hupenden Tricycles und Hunden, die dich hinterlistig von hinten anspringen. Nachts fahren hier die Hundefänger mit einem riesigen Käfig durch die Gegend, um die Streuner im Zaum zu halten.

Port Barton – ein Ort zum Entspannen

Port Barton Beach

Nach zwei Nächten fuhren wir weiter nach Port Barton. Die Fahrt dorthin war so, wie ich sie mir vorgestellt hatte. In einem großen Bus mit offenen Fenstern, ausgelassener Stimmung und genau so vielen Hähnen wie Menschen an Bord. Das letzte Stück der Strecke nach Port Barton ist ein echtes Abenteuer – unbefestigte Straße, die tiefsten Schlaglöcher, die ich je gesehen, oder besser gesagt gespürt habe und der Abgrund direkt neben dem Fenster. Zum Glück kam uns kein Fahrzeug entgegen.

Port Barton selbst ist ein kleines, verschlafenes Städtchen, in dem du es gut und gerne ein paar Tage aushalten kannst. Der Strand ist ganz schön, aber nicht traumhaft. Die Menschen sind super freundlich und hier ist alles einfach total relaxed. Du bist hier ja auf eine gewisse Art und Weise auch von der Außenwelt abgeschnitten – die unbefestigte Straße ist die einzige Möglichkeit, dorthin zu kommen. Abgesehen vom Boot natürlich.

Unser Start in Port Barton war allerdings nichts besonders gut. Wir hatten im Vorfeld online ein Zimmer gebucht und bezahlt, das dann nicht mehr frei war, als wir mittags ankamen. Die gute Frau ließ auch nicht mit sich reden und so mussten wir uns in der High Season auf die Suche nach einer Alternative machen. Wir wurden mit Glück fündig, aber in einem Zimmer ohne richtige Fenster wollten wir dann doch nicht ewig bleiben.

Cacnipa Island – ein Paradies

Cacnipa island Port Barton

Deshalb fuhren wir zwei Tage später weiter nach Cacnipa Island. So hatte ich mir das vorgestellt! Eine einsame Insel mit nur einer Unterkunft. Weißer Sandstrand mit Hängematten, in denen du den ganzen Tag verbringen kannst. Türkisblaues, glasklares Wasser. Einfach ein Traum! Leider hatten wir nicht genug Bargeld dabei, so dass wir nach zwei Tagen schon wieder abreisen mussten. Im Nachhinein wäre ich dort auf jeden Fall noch eine Weile länger geblieben!

El Nido – enttäuschend

El Nido Beach

Das Geld reichte gerade noch für eine Fahrt nach El Nido. Die erste Teilstrecke saßen wir auf dem Dach eines Jeepneys. Genau so hatte ich mir das Reisen auf den Philippinen vorgestellt – ein Gefühl von echter Freiheit. Den Fahrtwind um die Nase wehend, die Sonne auf der nicht eingecremten Haut brennend, verbrachten wir zwei Stunden in Lebensgefahr. Aber es machte wirklich Spaß da oben – die Aussicht war super! Die zweite Teilstrecke verbrachten wir dann wieder in einem Bus – allerdings mit extrem wenig Beinfreiheit. Auf dem Bus sitzend war’s auf jeden Fall angenehmer.

El Nido an sich war nicht das, was wir erwartet hatten. Die kleine Stadt ist zwar ganz nett, aber der Strand direkt am Ort ist einfach nur furchtbar und dient eher dazu, die ganzen Boote zu beherbergen, die für das Island Hopping und zum Tauchen genutzt werden.

Island Hopping ist – neben dem Chartern eines eigenen Boots – auch die einzige Möglichkeit, die wirklich tollen Spots zu sehen. Es gibt insgesamt vier Touren, von denen wir nur die Tour C gemacht haben. Die kann ich aber auf jeden Fall empfehlen. Traumhaft weiße Sandstrände, glasklares Wasser und ein frisch zubereitetes Mittagessen am Strand warten hier auf dich.

El Nido Islandhopping

Andere tolle Strände, die du auch mit dem Roller oder Tricycle erreichen kannst, sind der Corong Corong Beach südlich und der Nacpan Beach nördlich von El Nido. Hier bekommst du tatsächlich das, was die Bilder bei google dir von El Nido versprechen.

Neben dem Island Hopping probierten wir auch noch das Tauchen in El Nido aus. Ich kann es nicht wirklich empfehlen. Die Tauchplätze waren sehr dunkel und voller Plankton – und die Unterwasserwelt ist auch nicht besonders vielfältig.

Ansonsten haben wir in El Nido vor allem gegessen. Essen kannst du hier wirklich sehr gut – von Pizza und Pasta über Adobo und super frischen Fisch gibt es hier alles, was das Herz begehrt. Darüber hinaus habe ich den Ort als eher verschlafen erlebt. Es gibt zwar ein paar Bars und eine Disco, aber soweit ich das beurteilen kann, hatten die meisten davon geschlossen.

Das größte Manko an El Nido – neben dem Versprechen von traumhaften, einsamen Stränden, die zwar existieren, aber nur verbunden mit Kosten erreichbar sind – ist ein fehlender Geldautomat. Du kommst in dem Ort, den ich schon als Touristen-Ort bezeichnen würde, nur an Pesos, wenn du Bargeld dabei hast. Wir hatten zum Glück aus Kambodscha noch einige US-Dollar, die wir zu einem wirklich guten Kurs tauschen konnten. Aber irgendwann war der Geldvorrat leider zu Ende.

Coron – enttäuschender

Coron Philippines View

Deshalb mussten wir El Nido bereits nach fünf Tagen verlassen und machten uns mit dem Boot auf den Weg nach Coron. Wie in Asien und vor allem auf den Philippinen üblich, legte das Boot natürlich nicht pünktlich ab. Wir warteten ganze zwei Stunden im Hafen, weil wir mehr Passagiere als Rettungswesten an Bord hatten. Und das geht natürlich nicht. Nach den zwei Stunden stiegen die zwei Personen, die das Boot am selben Morgen spontan gebucht hatten und für die deshalb keine Westen eingeplant waren, wieder aus. Es hatte ja doch keinen Zweck, noch länger auf die fehlenden Westen zu warten. Und so legten wir mit zwei Stunden Verspätung ab und kamen entsprechend spät in Coron an.

Wir hatten keine Unterkunft gebucht, weil alles, was wir online finden konnten, bereits ausgebucht war. Ein Hoch auf die High Season! Am Hafen in Coron kam ein netter Filipino auf uns zu, der sich als Ricardo vorstellte. Er empfahl uns zwei Unterkünfte, von denen eine noch ein Zimmer und die andere noch drei Zimmer frei hatte. Wir fuhren direkt zur zweiten Wahl, weil wir nicht die einzigen waren, denen er von den freien Zimmern erzählte.

Und so fanden wir um 19:00 doch noch eine Bleibe, während Coron bereits komplett in Dunkelheit gehüllt war. Wir buchten zwei Nächte dort, weil die Unterkunft danach wieder komplett ausgebucht war. Wir mussten allerdings insgesamt acht Nächte in Coron verbringen, weil die Fähre, mit der wir zurück nach Manila wollten, nur ein Mal die Woche fuhr. Und Coron direkt am nächsten Tag wieder verlassen wollten wir dann doch nicht.

Das ganze Ausmaß der Katastrophe, die uns in Coron erwartete, wurde uns aber erst am nächsten Tag bewusst. Wir machten uns auf die Suche nach etwas Essbarem, bevor wir uns um eine alternative Unterkunft kümmern wollten. Wir fanden zwar etwas zu Essen, aber das ist auch so ziemlich das Einzige, was du in Coron findest.

Ansonsten ist das kleine Städtchen nämlich ziemlich hässlich. Und dazu kommt noch, dass die gesamte Insel keinen einzigen Strand hat. Da standen wir also, noch ganze sieben Tage vor uns, und wussten nicht so richtig, was wir mit der ganzen Zeit anfangen sollten.

Wir machten das Beste draus, aßen viel – vor allem Frozen Yogurt, der dort wirklich super ist -, schliefen viel, tranken viel Kaffee und gingen ein Mal tauchen. Coron ist vor allem für das Wrack-Tauchen bekannt. Dort liegen einige japanische Schiffe aus dem zweiten Weltkrieg auf Grund, die du bei deinen Tauchgängen erkunden kannst. Ein weiterer Tauchplatz ist der Barracuda Lake – ein See, der an der Oberfläche aus Süßwasser und ab einer Tiefe von vier Metern aus 38 Grad warmem Salzwasser besteht.

Diving Coron Nemo Clownfish

Das Tauchen war neben dem ausgezeichneten Kaffee im Coffee Kong unser Highlight in acht Tagen Coron. Das finde ich ziemlich schwach.

Ist Palawan also wirklich die schönste Insel der Welt?

Für mich definitiv nicht. Es gibt auf jeden Fall Orte, die einem wirklich die Sprache verschlagen, weil sie so schön sind wie aus dem Bilderbuch. Aber solche Orte gibt es auch in anderen Teilen der Erde. Ich muss allerdings auch sagen, dass ich eins der Highlights der Insel nicht gesehen habe – der Underground River in Sabang ist eins der sieben Naturwunder der Erde und soll atemberaubend sein. Vielleicht war ich also einfach in den falschen Ecken.

Warst du schon mal auf Palawan und kannst mich vom Gegenteil überzeugen? Erzähl mir davon in einem Kommentar!

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

6 Kommentare

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  • Hallo ,
    also in Port Barton gibt es auch Touren zur traumhaften Inseln und die Touren waren viel günstiger als in El nido da habt ihr defenitiv was verpasst und in El nido hätte ihr für kleines Geld kajaks mieten können und ihr hättet den ganzen Tag alleine ein traumhaften Strand gehabt! 😉

    LG
    Bernhard

  • Hi Mona,

    ich war vor 3 Jahren auf Palawan und teile deine Einschätzung, speziell über El Nido. Im Gegensatz zu dir bzw. euch war ich in Sabang und habe die Tour auf dem Underground River gemacht. Es ist dort ziemlich touristisch, dadurch, dass (berechtigterweise) Schwimmwestenpflicht besteht, erkennen sich alle Touristen sofort. Und das sind ziemlich viele. Den Underground River zu befahren, ist trotz Touriboot schon spektakulär, da die Höhlen einfach gigantisch hoch sind. Es ist teilweise wirklich wie in einer Kathedrale. Außerdem weisen die Guides einen ständig auf irgendwelche Schattenwürfe hin, die irgendetwas darstellen sollen, z. B. das Gesicht von Jesus oder Ähnliches. Verblüffenderweise sehen die Schatten meist tatsächlich aus wie das, was sie einem zuvor erzählt haben.

    Alles Gute
    Gunnar

  • Hallo,

    ich war auch auf Palawan. Ich fand’s im Gegensatz zu dir dort sehr schön! Besonders die Busreise nach Port Barton war echt authentisch und cool. Auch der Ort Port Barton war wirklich niedlich und für mich gerade der richtige Ort zum Seele-baumeln-lassen.

    Das du zu wenig Bargeld dabei hattest, kannst du der Insel nicht als Nagtivmerkmal ankreiden, du wusstest ja das du nicht in eine entwickelte Insel fährst 🙂

    Auch das du einen Kaffee als Highlight in Coron hier beschreibst, finde ich seltsam. Damit tust der Insel keinen Gefallen. Die Natur ist wunderschön, die Leute total relaxt und die Sonnenuntergäng waren traumhaft.

    Fähren auf den Philippinen sind so eine Sache. Wir sind nach Siquijor gefahren, alt und klapprig, und das bei hohem Wellengang. Ein Glück gab’s eine Rettungsweste unterm Sitz. Für die Weiterreise haben wir dann, auch wenns dann doch ein paar mehr Pesos kostet, eine Speedferry genommen. Kann ich nur empfehlen, wer wie ich dem Wasser nicht so geneigt ist 🙂

    • Hi Vincent,

      der Artikel beschreibt natürlich nur meine persönlichen Erfahrungen. Und für mich ist Palawan einfach nicht die schönste Insel der Welt, da gibt es meiner Meinung nach schönere. Aber es freut mich, dass es dir dort super gefallen hat! Die Busfahrt nach Port Barton war tatsächlich ein Highlight, da hast du recht!

      Viele Grüße,
      Mona

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