Giant Ibis Bus – ein Vorzeige-Busunternehmen in Kambodscha

Giant Ibis Bus Cambodia

Abgesehen von Thailand hatten wir bisher keine besonders guten Erfahrungen mit den Bussen in Asien gemacht.

In Sri Lanka fahren die Busfahrer, als wären sie auf einer Selbstmord-Mission. In Laos bekamen wir auf der ersten Busfahrt für unser relativ teures VIP-Busticket einen Schrottbus vorgesetzt, um uns anschließend für einen Sleeping-Bus zu entscheiden, dessen Betten für uns viel zu kurz waren und in dem wir dann auch noch drei zusätzliche Stunden verbringen durften, weil wir erst einen Motorschaden und anschließend einen platten Reifen hatten – mit dem wir noch eine ganze Stunde weiterfahren mussten, weil wir keinen Ersatzreifen hatten. Die Busse, mit denen wir von Laos nach Kambodscha fuhren, waren ganz in Ordnung, aber das Busunternehmen war eine absolute Katastrophe.

Und dann kam Giant Ibis Bus.

Das Unternehmen Giant Ibis Bus

Nach den ganzen schlechten Erfahrungen, die wir gemacht hatten, kamen wir in Siem Reap auf die grandiose Idee, uns über die Busunternehmen zu informieren, die eine Fahrt nach Phnom Penh anboten.

Nach einigen sehr schlechten Bewertungen diverser Unternehmen stießen wir auf Giant Ibis Bus. Das Unternehmen hat zwar teilweise auch schlechte Bewertungen – irgendjemand hat ja immer irgendwas zu meckern – aber eben teilweise auch sehr gute. Also beschäftigten wir uns etwas näher mit dem Anbieter.

Den ersten positiven Eindruck bekamen wir auf der Homepage. Dass Giant Ibis Bus überhaupt eine richtige Homepage hat, ist ja schon mal eine Überraschung. Und dass die Seite tatsächlich wertvolle Infos inkl. Fahrplan, Preisen und sogar einer Möglichkeit zur Buchung bietet, erst recht.

Wir waren begeistert von der Möglichkeit, unsere Tickets einfach online buchen zu können – inklusive Platzwahl! Kein Abklappern von Reisebüros, um den billigsten Preis zu finden, der dann immer noch viel zu teuer ist. Kein Feilschen um den Preis. Keine Kommunikationsschwierigkeiten bzgl. Zeit und Ort. Nicht, dass ich mich nicht gerne mit den Menschen in Kambodscha unterhalten habe, aber solche Unterhaltungen sind doch immer seeehr anstrengend.

Die Ausstattung der Busse war auch vielversprechend: Anschnallgurte. Viel Beinfreiheit. Klimaanlage. GPS-Tracking. Steckdosen. WiFi. Außerdem wird dem Fahrgast ein Snack, eine Versicherung und die kostenlose Abholung am Hotel zugesagt. Und das Ganze soll es für 15 US$ pro Person geben? Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und buchten zwei Tickets für den Bus um 07:45 Uhr online – hier wird zwar eine Gebühr i. H. v. 1 US$ fällig, aber der Preis ist immer noch extrem günstig für das, was das Unternehmen seinen Fahrgästen verspricht.

Etwas versprechen kann allerdings jeder – die Frage ist ja, ob Giant Ibis Bus seine Versprechen auch einhält.

Die Abholung am Hotel

Schon bei der Buchung konnten wir aus einer Liste auswählen, an welchem Hotel wir abgeholt werden wollen. Eine Abholung ist nur an den aufgelisteten Hotels möglich. Unseres gab es leider nicht, also wählten wir einfach das nächstgelegene Hotel aus, das ca. 200 m entfernt war.

Wir sollten eine Stunde vor geplanter Abfahrt am Hotel sein. Und da standen wir dann. Ganze 40 Minuten mussten wir warten, bis ein ziemlich neuer, schwarzer Mini-Van vorgefahren kam. Wir rechneten nicht mit so einem Fahrzeug, aber als der Fahrer uns mit Namen ansprach und sagte, er wäre da, um uns zum Giant Ibis Bus zu bringen, waren wir positiv überrascht. Meinen Rucksack schleppte er dann auch noch ins Auto – das nenne ich mal Service.

Giant Ibis Bus Siem Reap Cambodia

Nach zehn Minuten Fahrzeit erreichten wir die Giant Ibis Busstation, die viel näher an der Innenstadt in Siem Reap liegt als die normale Busstation. Auf dem Weg sammelten wir keine anderen Fahrgäste mehr ein – die waren bereits alle da.

Unsere Rucksäcke wurden in den Bus geladen und wir bekamen einen kleinen Zettel mit einer Nummer. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann das letze Mal Nummern an die Gepäckstücke gemacht wurden. Ich glaube, auch das war in Thailand.

Die Ausstattung im Bus

Wir stiegen in den Bus und zeigten einem Mitarbeiter unser E-Ticket auf dem Handy – Ausdrucken war nicht nötig. Der Mann begleitete uns zu unseren Plätzen und wir inspizierten erst mal die Umgebung.

Anschnallgurte? Vorhanden und funktionstüchtig. Viel Beinfreiheit? Allerdings! Hier hätte es sogar mein 2 Meter großer Vater bequem gehabt. Klimaanlage? Funktionierte. Anfangs noch auf Kühltruhe gestellt, so wie in allen Bussen, in denen die Klimaanlage funktioniert. Während der Fahrt wurde es aber wärmer und die Temperatur war wirklich angenehm. Steckdosen? Vorhanden, sogar für jeden eine. Und funktioniert haben sie auch. WiFi? So lange wir auf dem Parkplatz standen funktionierte es, während der Fahrt allerdings nicht mehr. Finde ich jetzt nicht wirklich tragisch – sieben Stunden sollte man doch ohne Internet auskommen, oder?

Giant Ibis Bus Cambodia Plug

Die Abfahrt in Siem Reap

Ich konnte es kaum glauben, aber wir fuhren tatsächlich pünktlich ab! Das hatte ich bisher auf keiner Busfahrt in Asien erlebt.

Kurz nach der Abfahrt hielt der Mitarbeiter von Giant Ibis Bus, der quasi das Bordpersonal darstellte, eine kurze Rede. Zunächst auf Khmer, obwohl nur Ausländer im Bus saßen. Anschließend bedankte er sich auf Englisch und setzte sich – so als hätten wir alle verstanden, was er gesagt hatte. Daraus machte er sich während der gesamten Fahrt einen Spaß und auch sonst war er sehr zu Späßen aufgelegt, die wirklich witzig waren. Auch das hatte ich bisher auf keiner Busfahrt erlebt: Bordpersonal im Bus, das auch noch freundlich und witzig war.

Giant Ibis Bus Cambodia

Natürlich sagte er dann auch noch mal auf Englisch, was er zuvor auf Khmer gesagt hatte: er begrüßte uns ganz herzlich und klärte uns über den Ablauf der Fahrt auf. Wir würden zwei Pausen machen – eine Pinkelpause und nach etwa der Hälfte der Strecke eine Mittagspause.

Während der Fahrt

Aber zunächst gab es tatsächlich den versprochenen Snack. Wir bekamen eine Flasche Wasser und ein kleines Frühstück von the blue pumpkin. Auch aus der Verteilung des Frühstücks machte der Mann sich wieder einen Spaß. Er hielt den Korb so, dass wir nicht reingucken konnten, und sagte, wir müssten die Augen schließen, bevor wir reingreifen dürften. Wir hatten Glück und erwischten ein Croissant und ein Schokobrötchen, beides sehr lecker.

Giant Ibis Bus Cambodia Breakfast

Nach ca eineinhalb Stunden machten wir die versprochene Pinkelpause und fuhren nach den angesagten zehn Minuten weiter. Weitere eineinhalb Stunden später stand dann die angekündigte Mittagspause an. Wir hielten ziemlich genau auf halber Strecke an einem kleinen Restaurant, das uns herzlich zu unserer halbstündigen Pause begrüßte.

Auf der Karte standen sowohl einheimisches Essen als auch Sandwiches zu etwas höheren Preisen als üblich – aber was will man auch mitten in der Pampa anderes erwarten? Das Personal war sehr flott unterwegs und alle Fahrgäste bekamen in den 30 Minuten Essen und Getränke serviert und hatten genug Zeit, um alles auf zu essen.

Anschließend ging es pünktlich weiter Richtung Phnom Penh. Wir machten eine weitere kurze Pinkelpause und erreichten die Hauptstadt tatsächlich pünktlich nach sieben Stunden Fahrt.

Die Ankunft in Phnom Penh

Als wir in Phnom Penh ankamen, sollten wir erst noch kurz im Bus sitzen bleiben. Während wir warteten, konnten wir beobachten, wie mindestens fünf Mitarbeiter von Giant Ibis Bus alle Gepäckstücke aus dem Bus ausluden und in das Ticket-Office des Unternehmens brachten.

Mein Fazit

Die Fahrt mit dem Giant Ibis Bus war super. Der Bus war neu und gut ausgestattet, das Personal war sehr freundlich und (fast) alle Versprechen wurden eingehalten. Wir fuhren sogar pünktlich ab und kamen pünktlich an – das ist wirklich eine Seltenheit in Asien.

Ich kann das Unternehmen ganz klar empfehlen. Und nein, ich wurde für diesen Artikel nicht bezahlt.

Bist du schon mal mit Giant Ibis Bus gefahren? Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

2 Kommentare

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  • Hey Mona,

    schön zu hören, dass es gute Busse gibt. Ich bin in Vietnam und kambodscha immer mit „TheSinhTourist“ gefahren und war damit immer zufrieden. Diese Unternehmen wurde mir von Couchsurfern in Hanoi empfohlen, denn sie nutzen nur dieses Unternehmen. Busse waren nie überbucht und auch sonst war alles immer super! Was ich niemanden empfehlen würde, wären die „OpenBusTickets“, die haben schlechte Busse und Personal sind unpünktlich und dreckig.

    Grüße Jens

    • Hallo Jens,

      gut zu wissen, dass es noch andere Unternehmen gibt, denen man vertrauen kann. Schwarze Schafe gibt es immer, aber wenn man darüber Bescheid weiß, ist ja alles in Ordnung 🙂

      Ich habe gesehen, dass du im Mai nach Afrika gehst. Ich wünsche dir ganz viel Spaß! Afrika steht irgendwann auch noch mal auf unserem Plan – Namibia und Südafrika waren einfach nicht genug.

      Viele Grüße,
      Mona

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