Sind Fähren auf den Philippinen sicher? Mit 2GO Travel von Coron nach Manila

2GO Travel Ferry Coron Manila

Wir hatten vor unserer Reise auf die Philippinen allerlei Schauergeschichten über die Fähren dort gehört.

Die Schiffe seien veraltet, nicht sicher und es seien schon etliche Menschen bei Fährunfällen ums Leben gekommen. Da die Philippinen aber aus mehr als 7.000 Inseln bestehen, kommst du nicht drumrum, das Wasser zu überqueren, wenn du die verschiedenen Inseln sehen willst. Klar, fliegen ist eine Möglichkeit, aber das geht leider auch nicht immer.

Wir haben nur die Insel Palawan bereist und hatten geplant, von Coron ganz im Norden Palawans zurück nach Manila zu fahren, um von dort weiter zu fliegen. Es gibt zwar Flüge von Coron nach Manila, aber die werden nur von Cebu Pacific durchgeführt und an den Daten, die für uns in Frage kamen, waren alle Flüge bereits ausgebucht.

Also blieben uns zwei Möglichkeiten: entweder zurück nach Puerto Princesa fahren und von da aus fliegen – was allerdings eine siebenstündige Bootsfahrt plus eine fünfstündige Busfahrt bedeutet hätte – oder mit der Fähre von Coron nach Manila fahren.

Manila Sunset

Die Fähre von 2GO Travel

Wir recherchierten ein bisschen und konnten keine Horrormeldungen über die Fähre von 2GO Travel finden. Also entschieden wir uns, der Gefahr ins Auge zu blicken und die Fähre zu buchen.

Der Preis war mit 1.500 Pesos (ca. 30 €) pro Person in der Touristenklasse total in Ordnung und die Buchung war online per Kreditkarte relativ einfach. Schwieriger wurde es allerdings, als wir das Ticket ausdrucken wollten. 2GO Travel will die Tickets beim Boarding in Papierform haben – und da es anders als beim Fliegen keinen Check-in gibt, mussten wir selbst einen Drucker auftreiben.

Nach mehreren missglückten Versuchen in diversen Copy-Shops in Coron – der Drucker war entweder nicht installiert, kaputt oder konnte nur „Xerox“ (was so viel heißt wie „kopieren“) – wurden wir zum Glück doch noch fündig. Die nette Dame im Gamat Travel & Tours druckte uns die Tickets für 2 Pesos pro Blatt aus.

Der Tag der Abreise

Die Fähre von 2GO Travel fuhr im Februar nur sonntags um 16:30 Uhr von Coron nach Manila. Am Abreisetag sollen die Passagiere ganze vier Stunden vor Abfahrt am Hafen-Terminal sein. Und Deutsch wie wir sind nahmen wir die Forderung natürlich ernst und waren um 13:00 Uhr am Hafen – okay, das waren nur dreieinhalb Stunden vorher, aber das hat sowieso niemanden interessiert, weil das Personal noch gar nicht da war.

Die nächsten Stunden verbrachten wir also mit warten, lesen und Nüsse essen – ich wusste gar nicht, dass Cashews aus den Philippinen kommen. Wieder was gelernt – und die sind wirklich saulecker und super billig. Leider war es mit dreieinhalb Stunden warten nicht getan, weil die Fähre natürlich zu spät war.

Boarding mit Verspätung

Um 18:00 Uhr konnten wir dann endlich einsteigen, nachdem ein Drogenspürhund unser Gepäck beschnüffelt hatte. Dazu mussten sich Männer und Frauen getrennt in Schlangen aufstellen und das ganze Gepäck auf den Boden stellen. Wieso Männer und Frauen dafür getrennt werden, erschließt sich mir nicht, aber gut.

Nachdem unser Drogentest negativ war, gingen wir auf’s Schiff und machten uns auf die Suche nach unseren Betten. Wir hatten die Touristenklasse gebucht, die laut der Homepage von 2GO Travel Etagenbetten in Räumen verschiedener Größe, maximal aber mit 14 Passagieren pro Raum bereithält.

Großraum statt Kabine

2GO Travel Ferry Mega Value Class

Tatsächlich gab es diese Touristenklasse aber auf dem Schiff gar nicht, sondern es gab nur Kabinen mit vier Etagenbetten und riesige Schlafsäle mit hunderten von Betten. Wir wurden also mal wieder über’s Ohr gehauen und zahlten einen viel zu hohen Preis für ein Bett in der Mega Value Klasse, wie 2GO Travel es nennt.

Bettzeug und Mahlzeiten sind im Ticketpreis nicht enthalten und müssen auf dem Schiff bezahlt werden. Bettzeug kannst du dir für 30 Pesos (ca. 0,61 €) ausleihen – dann bekommst du aber nur ein Bettlaken und ein Kissen. Eine Decke kostet zusätzlich 50 Pesos. Außerdem musst du einen Ausweis als Pfand abgeben, damit du das Zeug auch ja am nächsten Morgen wieder zurückbringst.

Zum Abendessen gab es kalten Reis mit kalten Fleischspießen für 25 Pesos. Und nachdem alle gesättigt waren, war der Karaoke-Abend eröffnet. Karaoke findest du auf den Philippinen an jeder Ecke und die Menschen haben dabei immer einen Heidenspaß.

Eine sehr kurze Nacht

Wir zogen es aber vor, es uns in unseren Kojen so gemütlich wie möglich zu machen und einfach zu schlafen. Die Klimaanlage war natürlich mal wieder viel zu kalt eingestellt, so dass ich nach einer Weile das Gefühl hatte, mir würde jeden Moment die Nase abfallen. Entsprechend wenig habe ich geschlafen – das grelle Licht, das die ganze Nacht an war, trug aber auch nicht gerade zur Nachtruhe bei.

Die Fahrt an sich war total in Ordnung, nachdem das Schiff sich mit zweieinhalb Stunden Verspätung endlich mal auf den Weg nach Manila gemacht hatte. Ein Mal gab es einen kräftigen Ruck, aber ansonsten habe ich nicht wirklich gemerkt, dass wir auf dem Meer unterwegs waren.

Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr wurden die Passagiere mit einem Gebet durch die Lautsprecher geweckt und zum Frühstück eingeladen – wir verzichteten diesmal aber lieber auf den kalten Reis.

Manila Harbour

Am Hafen in Manila warteten natürlich schon eine Reihe von Jeepneys und Taxen, die uns für einen Wucherpreis in die Stadt fuhren.

Fazit

Insgesamt ist die Fähre von 2GO Travel eine gute Alternative zum Fliegen. Du solltest nur nicht zu viel Komfort erwarten, dann wirst du auf jeden Fall nicht enttäuscht. Und unsicher ist die Fahrt nur bei einem schweren Sturm. Aber ich gehe davon aus, dass die Fähre dann einfach nicht fährt.

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

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