Was kostet die Welt? Zweieinhalb Wochen in Bolivien

Bolivien Laguna Colorada Lama

In Bolivien sind wir endlich mal wieder unter unserem Budget geblieben.

Und das, obwohl wir drei unglaubliche Tage im Salar de Uyuni verbracht haben – so eine Touri-Tour ist natürlich nicht gerade günstig, schon gar nicht für bolivianische Verhältnisse. Aber wir haben das Geld hinterher wieder reingeholt, obwohl wir nicht jeden Boliviano zwei Mal umgedreht haben. Bolivien ist halt einfach ein günstiges Reiseland.

Nach unserer Tour durch den Salar de Uyuni verbrachten wir eine Nacht in Uyuni, bevor es dann über Potosí, Sucre und La Paz nach Copacabana am Titicacasee ging.

Unterkunft

In Bolivien übernachteten wir endlich mal wieder in Doppelzimmern, teilweise sogar mit eigenem Bad.

Uyuni

Wir übernachteten nur in Uyuni, weil in Bolivien aus verschiedenen Gründen stark von Nachtbussen abgeraten wird – unter anderem, weil die Fahrer oft übermüdet sind, die Straßen keine Beleuchtung haben und Überfälle entsprechend leicht vonstatten gehen und weil viele Fahrzeuge ohne Licht fahren.

Für eine Nacht kann ich das Hotel Julia sehr empfehlen. Die Zimmer sind sauber und das Frühstück ist in Ordnung und im Preis enthalten. Mehr als eine Nacht willst du in Uyuni sowieso nicht bleiben, weil die Stadt wirklich gar nichts zu bieten hat.

Potosí

In Potosí checkten wir im Hostel Koala Den ein. Eigentlich wollten wir nur zwei Nächte bleiben, aber daraus wurden dann dank eines Magen-Darm-Virus, den wir uns vermutlich in Uyuni eingefangen hatten, drei. Ein Hoch auf das eigene Bad!

Das Koala Den ist ganz nett, die Zimmer sind sauber und das Frühstück ist super! Eier und Pfannkuchen suchst du in Bolivien oft vergeblich, und hier ist es sogar im Preis inbegriffen. Das Hostel ist allerdings, vor allem tagsüber, sehr laut. Die Zimmer sind alle um einen überdachten Innenhof angelegt, der die laute Musik noch lauter in die Zimmer überträgt – wenn du krank bist, macht das nicht so viel Spaß. Und das Personal war auch nicht das freundlichste, das mir je begegnet ist.

Bolivien Potosí

Sucre

In Sucre haben wir eine echte Perle aufgetan. Das Condor B&B ist einfach super! Die Zimmer sind toll, sehr hell und sehr sauber – und unschlagbar günstig. Es gibt einen großen Innenhof, in dem das kostenlose Frühstück serviert wird und in dem du dich auch mal den einen oder anderen Tag entspannen kannst.

Im Condor B&B konnten wir wieder richtig gesund werden und blieben eine ganze Woche in Sucre.

La Paz

In La Paz blieben wir nur eine Nacht auf der Durchreise nach Copacabana. Wir hatten irgendwie nicht so Lust auf lautes, dreckiges Großstadtleben. Übernachtet haben wir in Arthy’s Guesthouse, das absolut super war. Trotz der Lage an der riesigen Hauptstraße ist es in den Zimmern sehr ruhig.

Der Besitzer ist unfassbar freundlich – er hat mich sogar meine Hose im Waschbecken waschen lassen, nachdem ein kleiner Junge einen Eimer voll pinker Flüssigkeit direkt vor mir auf den Bürgersteig fallen ließ. Ich muss dazu sagen, dass der Junge nur knapp einen Kopf größer war als der Eimer und er beim Treppensteigen gestolpert ist – es war also kein Trick.

Copacabana

Copacabana ist genau so ein toller Ort zum Entspannen wie Sucre – und doch total anders. Wir wollten eigentlich nur zwei Nächte bleiben, blieben dann aber vier. Hier sind einfach alle total entspannt und auch, wenn du in dem kleinen Ort nicht allzu viel machen kannst, lohnt es sich trotzdem, länger zu bleiben.

Wir checkten im Hotel Wendy Mar ein, das zwar nicht ganz günstig, aber den Preis trotzdem wert ist. Das kostenlose Frühstück ist sehr reichhaltig und das Personal zwar distanziert, aber freundlich. Die Zimmer zum Titicacasee hin haben einen super Ausblick und sind sehr geräumig.

Bolivien Ausblick Hotel Wendy Mar Copacabana

Gesamtkosten

Für die Unterkünfte zahlten wir insgesamt 169,89 € pro Person. Das sind knapp 10 € pro Person pro Nacht, was nicht wirklich teuer ist.

Essen und Getränke

Die Hauptmahlzeit in Bolivien ist das Mittagessen. Viele Restaurants bieten, genau wie in Chile, Menüs für kleines Geld an. Je nach Restaurant auch für etwas mehr Geld – dafür gibt’s dann vier Gänge statt drei und das Restaurant hat einen etwas gehobeneren Standard. Generell kosten die Menüs so zwischen 15 und 40 Bolivianos (ca. 2 € bis 5,30 €).

Selbst gekocht haben wir in Bolivien nie – auch das Frühstück mussten wir nie selbst machen, weil es immer im Preis für die Übernachtung enthalten war (außer in La Paz, aber da haben wir einfach im Bus gefrühstückt).

Bolivien Essen

Ich kann dir folgende Restaurants in Bolivien sehr empfehlen:

Vor allem das El Condor & The Eagle Café hat es uns angetan. Auf der Karte gibt es zwar nur Frühstück und Sandwiches, aber das Essen ist super und der Kaffee ist auch richtig gut. Das Café hat nur von 7:00 Uhr bis 14:30 Uhr auf – es lohnt sich also, für ein Frühstück oder Mittagessen rein zu gucken. Das Café gehört einem Iren und seiner bolivianischen Frau, die sich beide sehr gut um ihre Gäste kümmern. Es liegen Bücher aus, in die jeder, der möchte, seine Reisetipps zu Bolivien und ganz Südamerika schreiben kann. Einfach super!

Insgesamt haben wir in zweieinhalb Wochen in Bolivien für 154,68 € pro Person gespeist. Den einen oder anderen Kuchen gab es natürlich auch – und leider auch ein paar Tage ohne feste Nahrung, was den Preis vermutlich etwas drückt.

Attraktionen

Die Hauptattraktion war natürlich die dreitägige Jeep-Tour durch den Salar de Uyuni mit World White Travel.

Bolivien Salar de Uyuni

Ansonsten waren wir noch auf der Isla del Sol, die vor Copacabana liegt. Eigentlich kostet das Ticket für das Boot 35 Bolivianos (ca. 4,63 €), aber aktuell gibt es wohl in Copacabana Preiskämpfe, so dass du das Ticket auch für 27 bis 30 Bolivianos bekommen kannst. Das sind zwar nur ein paar Cent, aber wenn du sparen musst, lohnt sich die Verhandlung.

Bolivien Isla del Sol

Insgesamt zahlten wir 156,52 € pro Person für den ganzen Spaß. Dazu muss ich sagen, dass die Salar-Tour natürlich all incl. war – also inklusive zwei Übernachtungen und drei Mahlzeiten pro Tag.

Fortbewegung

Zwischen den Städten sind wir fast immer Bus gefahren – allerdings nur tagsüber. Das ist in Bolivien extrem billig. Für die Strecke von Potosí nach Sucre haben wir zum Beispiel nur 20 Bolivianos (ca. 2,75 €) gezahlt – und die Fahrt dauert vier Stunden. Es gibt keine Unternehmen, die besonders empfehlenswert sind oder eben nicht. Wir nutzten Diana Tours, Trans Imperial, Vicuña Travel und Titicaca. Die Busse waren nicht die neusten, aber die Fahrten waren alle in Ordnung.

Von Sucre nach La Paz sind wir mit BoA für gerade mal 45 € pro Person geflogen. Da investiere ich doch lieber die 25 € mehr und fliege, anstatt für 20 € eine Ewigkeit mit dem Bus zu fahren.

Bolivien BoA

Außerdem sind wir ein paar Mal Taxi gefahren, wenn der Weg vom Busbahnhof zu weit oder es schon dunkel war.

Insgesamt gaben wir für Fortbewegungsmittel in Bolivien gerade mal 60,20 € pro Person aus – und wir haben ganz schöne Strecken zurückgelegt.

Sonstiges

Ansonsten haben wir Geld für folgende Dinge ausgegeben: eine SIM-Karte von Entel inkl. Reload, Kosmetikartikel, diverse Steuern an Busbahnhöfen und am Flughafen und Wäschewaschen. Außerdem haben wir Kohletabletten gekauft und unserem Fahrer auf der Salar-Tour ein Trinkgeld gegeben.

Insgesamt haben wir dafür 23,35 € pro Person ausgegeben.

Bolivien Salar de Uyuni

Gesamtsumme

Wir haben in Bolivien somit für zweieinhalb Wochen 564,64 € pro Person ausgegeben.

Das sind an unserem Monatsbudget von 1.000 € gemessen zwar nur knapp 25 € weniger, als wir hätten ausgeben können, aber dafür ist die Tour durch den Salar de Uyuni darin enthalten, die einfach nur der Wahnsinn und natürlich für bolivianische Verhältnisse nicht ganz billig war.

Die Kostenaufstellung bezieht sich auf einen Trip mit zwei Personen. Kosten für die Unterkunft ändern sich natürlich je nach Personenzahl.

Die An- und Abreisekosten sind in der Aufstellung nicht enthalten. Wir waren von Mitte August bis Anfang September 2015 in Bolivien – 1 € lag durchschnittlich bei 7,56 Bolivianos.

Hast du schon mal mehrere Wochen in Bolivien verbracht? Wie viel Geld hast du ausgegeben?

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

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