Eine Woche Lissabon – Leben und arbeiten in der Stadt der sieben Hügel

Lissabon Brunnen

In Lissabon kann man es aushalten.

Eine Woche war viel zu kurz für diese wunderbare Stadt. Aber so habe ich wenigstens einen Grund, noch mal zurück zu kommen. Und das nächste Mal dann nicht alleine. Obwohl ich es überhaupt nicht schlimm fand, alleine zu verreisen.

Zu Hause fragten mich alle, was ich denn überhaupt alleine in Lissabon wolle? Und was ich da überhaupt mache? Urlaub? Nein. Ich habe dort ganz normal gearbeitet. Und gegessen. Viel gegessen.

Portugals Hauptstadt eignet sich wirklich hervorragend, um ein bisschen aus dem Alltagstrott raus zu kommen, auch wenn du keinen Urlaub machst. Die Voraussetzungen dafür müssen natürlich stimmen. Aber ich hatte nach unserer Rückkehr großes Glück bei der Jobsuche und kann jetzt trotz Anstellung im Grunde arbeiten, wo ich will.

Und ich wollte nach Lissabon. Warum, kann ich gar nicht genau sagen. Ich hatte mich auch nicht wirklich vorbereitet oder besonders viel informiert. Einfach einen Flug und eine Unterkunft gebucht und los ging’s. Im Nachhinein kann ich natürlich genau sagen, warum ich zurück kommen werde.

Lissabon Brücke

Lissabon ist schön!

Die Stadt ist einfach wunderschön. Obwohl ich nicht so viel gesehen habe, waren die Ecken, in denen ich mich umgeguckt habe, einfach alle schön. Also wirklich schön. Überall gibt es kleine Gassen, in denen du dich wunderbar verlaufen kannst. Und trotzdem kannst du dich eigentlich nicht verlaufen. Du musst dir nur merken, ob du oben am Berg wohnst oder unten – dann findest du auch immer wieder nach Hause.

Und diese Häuser! Die Fassaden sind einfach so schön – mit diesen vielen kleinen, bunten Fliesen und den kontrastreichen Blumen, die an den Balkonen hängen.

Lissabon Altstadt

Und die Menschen! Die sind zwar nicht alle bildhübsch, dafür aber unglaublich freundlich. Selbst wenn du kein Wort Portugiesisch sprichst, empfangen sie dich mit offenen Armen. Helfen dir, wenn du doch mal den Weg nicht finden solltest und laden dich zu sich nach Hause ein, sobald ihr einen gemeinsamen Bekannten habt.

Die einzigen unfreundlichen Menschen in Lissabon sind die Taxifahrer. Mein Fahrer vom Flughafen in die Stadt machte seinem Ruf auch direkt alle Ehre, indem er mir das Doppelte des eigentlichen Fahrpreises abknüpfen wollte und auch nicht eher locker ließ, bis ich nachgab. Und das tat ich nur, weil es schon spät abends war und ich einfach keine Lust mehr auf Diskussionen hatte.

Mit Bus und Tram durch Lissabon

Zum Glück gibt es auch genügend andere Fortbewegungsmittel, mit denen du durch die Stadt kommst.

Vom Flughafen kannst du zum Beispiel die ziemlich neue Metro nehmen oder den Aerobus. Ich nahm nur ein Taxi, weil ich schon erwartet wurde und es mit Metro oder Aerobus leider viel länger dauert, in die Stadt zu kommen.

In der Stadt selbst bewegst du dich am einfachsten mit dem Bus oder der Tram fort. Google Maps zeigt dir bei der Routenplanung sehr gut an, welche Busse und Bahnen du zu deinem Ziel nehmen kannst und wann diese fahren. Das funktioniert einwandfrei.

Lissabon Tram

Generell gilt in Bus und Tram: vorne einsteigen, hinten aussteigen. Du kannst deine Fahrkarte entweder beim Fahrer kaufen, oder du besorgst dir vorher in einer der Metrostationen oder an einem Ticketschalter eine Viva Viagem Karte für 0,50 €. Die Karte kannst du wieder aufladen und dann einfach in Bus und Tram beim Einsteigen an den kleinen Automaten halten. Dann wird der Preis für die Fahrt automatisch abgebucht und es ist sogar noch billiger, als das Ticket beim Fahrer zu kaufen.

Am beliebtesten sind natürlich die alten Trambahnen. Die sind auch leider meistens entsprechend voll, aber eine Fahrt lohnt sich – allein schon für’s Feeling. Am beliebtesten ist die Tramlinie E28, die du super als Alternative zu einer Sightseeing Tram nutzen kannst.

Zu Fuß gehen ist natürlich auch eine gute Alternative. Ich ging fast überall zu Fuß hin und konnte so einige der Kalorien, die ich zur mir genommen hatte, wieder abtrainieren. Das ständige bergauf und -ab ist nämlich ganz schön anstrengend. Zum Glück, denn das Essen in der Hauptstadt ist einfach richtig gut.

Lissabon Elevadora

Essen in Lissabon

In Lissabon gibt es einfach so viel gutes Essen! Du kannst durch die Altstadt spazieren und quasi in jedem Restaurant einkehren und ich bin sicher, du wirst nicht enttäuscht.

Alleine deshalb ist eine Woche einfach viel zu kurz – es gibt noch so viel zu Probieren! Vor allem Freunde von Kuchen und Teilchen kommen in Lissabon voll auf ihre Kosten. Bäckereien gibt es quasi an jeder Ecke.

Die Stadt ist ja vor allem für ihre Pasteles de Nata bekannt – kleine Teilchen aus Blätterteig (glaube ich), die mit einer unglaublich süßen Vanillecreme gefüllt sind. Der Wahnsinn! Viele schwören ja auf die „originalen“ Pasteles de Belém, die du auch nur in Belém bekommst. Aber ich habe eine kleine Bäckerei gefunden, die es mit den Törtchen aus Belém aufnehmen kann – die Manteigaria in Bairro Alto.

Teilchen aller Art und super leckeres Brot bekommst du im Tartine in Chiado. Hier kannst du übrigens nicht nur gut essen, sondern auch arbeiten. Abgesehen von der Frühstückszeit ist es in dem Café nicht besonders voll und entsprechend ruhig. Wi-Fi gibt’s kostenlos und die Bedienung lässt dich auch ein paar Stunden in Ruhe, wenn du willst.

Ich habe mich meistens in Bairro Alto und Chiado aufgehalten. Einige der hervorragenden Restaurants, in denen ich dort war:

O Boteco, Lissabon

Außerdem kann man im Time Out Market auch wunderbar essen. Das ist im Grunde ein Food Court, aber mit reichlich Stil. So wie alles in Lissabon.

Arbeiten in Lissabon

Wenn ich mal nicht im Café gearbeitet habe, dann habe ich entweder in meinem Zimmer gesessen, oder habe mir den Luxus gegönnt, in ein Coworking Space zu gehen. Eigentlich ist das in Lissabon nicht zwingend nötig. Aber wenn du gerne Leute um dich rum hast, die auch produktiv sind, dann kann ich die zwei Büros, in denen ich war, auf jeden Fall empfehlen.

Coworklisboa in der LX Factory

Die LX Factory sollte bei deinem Besuch in Lissabon auf keinen Fall fehlen. Die Straße ist gesäumt von alten Industriegebäuden, in denen etliche Restaurants und Cafés untergebracht sind. Und versteckt im 4. Stock findest du in einem der Gebäude auch das Coworklisboa.

Dein erster Besuch ist, wenn du Glück hast und das Büro nicht komplett ausgebucht ist, sogar kostenlos. Es gibt große Schreibtische, Kaffee umsonst und eine coole Arbeitsatmosphäre. Wenn du tageweise dort arbeiten willst, kostet ein Tag 12 €. Du kannst aber auch Wochen- oder Monatspässe kaufen. Genauere Infos gibt’s auf der Homepage.

Hin kommst du ganz einfach mit dem Bus.

Lissabon Tür, Bairro Alto

Cowork Central

Das Cowork Central liegt direkt am Fluss Tejo und ist wunderbar zu Fuß, per Bus, Tram oder Metro zu erreichen. Auch hier gibt es Kaffee umsonst und sogar Drucker stehen dir zur Verfügung, selbst wenn du nur einen Tag zum Testen dort bist. Der Spaß kostet 12,50 € pro Tag und lohnt sich auf jeden Fall, wenn du Ruhe zum Arbeiten suchst.

Du musst in jedem Fall im Voraus buchen. Ansonsten kann es sein, dass du keinen Schreibtisch mehr bekommst. Buchen kannst du auf der Homepage des Cowork Central.

Und am Wochenende? Ab zum Strand!

Am Wochenende wird natürlich nicht gearbeitet. Da geht’s ab zum Strand!

Ich fuhr mit zwei Mädels, die ich in meiner Unterkunft kennengelernt hatte, nach Fonte da Telha. Von Lissabon aus bist du ungefähr eine bis anderthalb Stunden mit Fähre und Bus unterwegs, aber es lohnt sich. Der Strand ist wunderschön, es gibt ein paar Buden, in denen du was essen und trinken kannst und das Beste: du hast keine Touristen um dich rum. Der Strand wird hauptsächlich von Portugiesen besucht, die hier ein schönes Wochenende verbringen wollen.

Fonte da Telha Strand, nahe Lissabon

Einen kleinen Tipp habe ich noch: Falls du anfällig für Reiseübelkeit bist oder am Abend vorher zu viel getrunken hast, solltest du auf jeden Fall eine Tüte mit auf die Fahrt nehmen. Die Busfahrt ist nämlich nicht ohne – ich spreche da aus begleitender Erfahrung.

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

2 Kommentare

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  • Hi Mona,

    wir waren auch vor kurzem in Lissabon unterwegs. Leider nur fünf Tage und hauptsächlich nur in Belem. Die Stadt hat uns total positiv überrascht und die vielen Sehenswürdigkeiten waren Geschichte pur.

    Ich behaupte mal das beste und vor allem leckerste in Lissabon sind die Pasteles de Nata 🙂

    LG
    Annika

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