3, 2, 1… nicht mehr meins! Wohnungsauflösung in 4 Schritten

Meine Wohnung unterzuvermieten kam für mich nicht in Frage.

Patrick ging es da genauso. Wir wollen einfach keinen unnötigen Ballast mit uns rumschleppen und ein Zwischenmieter in den eigenen vier Wänden, der alle meine Möbel und Geräte benutzt, ist doch irgendwie Ballast. Außerdem ist der Plan, dass wir sowieso zusammenziehen, wenn wir uns im nächsten Jahr nicht die Köpfe eingeschlagen haben. Und aus der vormals eigenen Wohnung eine gemeinsame Wohnung zu machen finde ich schwierig. Vor allem, wenn die Wohnung mit früheren Lebensabschnittsgefährten eingerichtet wurde. Deshalb hatten wir 2 Wohnungen, die wir komplett auflösen mussten – oder eher wollten. Aber wie geht man die Sache am Besten an?

Jedes Teil einzeln bei den gängigen Verkaufsplattformen einzustellen ist ziemlich mühselig. Von Vorteil wäre natürlich, einen Nachmieter zu finden, der gerade bei den Eltern auszieht und entsprechend nichts hat – der würde sicher das ein oder andere Teil übernehmen. Aber was, wenn nicht? Dann sitze ich auf den letzten Drücker auf meinen Möbeln fest und alle kommen wie die Geier angeflogen, weil so ein Verkauf aus der Not heraus sicher um einiges günstiger für den Käufer ist.

Was weg ist, ist weg!

Um den Verkauf aus der Not heraus zu umgehen, habe ich früh genug – nämlich 4 Monate vor der Reise – damit angefangen, meine Wohnung nach und nach aufzulösen und mein ganzes Hab und Gut unter die Leute zu bringen. Mein Prinzip: Was weg ist, ist weg. Die ersten Teile wurde ich schon nach einer Woche los. Da fiel mir erst mal auf, wie viel Zeug ich habe, das ich eigentlich gar nicht brauche. Zum Beispiel das komplette Gästezimmer. Die Schlafcouch wurde in den 4 Jahren, in denen ich in der Wohnung wohnte, nie benutzt. Das Zimmer diente eher als Wäschezimmer und Abstellraum – ich habe es auch gerne als Müllzimmer bezeichnet. Von daher war ich kein bisschen traurig, dass ich die Schlafcouch und die Bücherregale aus dem Zimmer direkt verkauft habe.

In 4 Schritten zur Freiheit

Ich bin in folgenden Schritten vorgegangen, um (fast) alles, was ich besitze, los zu werden (und so die Reisekasse um einiges aufzubessern!):

1. Mund-zu-Mund Propaganda

Zuerst habe ich im Freundes- und Familienkreis rumgefragt, ob jemand was braucht. Irgendwas. Möbel, Haushaltsgeräte, Elektroartikel? Wie wäre es mit einem neuen Auto? Selbst wenn die angesprochene Person nichts braucht – irgendwie kennt doch immer irgendwer irgendwen, der gerade irgendwas Neues braucht.

Um potenziellen Käufern die Entscheidung zu erleichtern, haben wir ein Fotoalbum bei OneDrive erstellt und jedes Teil einzeln mit einem Preis versehen. Das erspart im Vergleich zu ebay und Co. schon viel Zeit, weil du dir keinen Text überlegen musst, der das Teil möglichst so anpreist, dass der Leser um den Kauf gar nicht herumkommt.

One Drive Sky Drive

2. Onlineverkauf

Die Sachen, die ich über Mund-zu-Mund Propaganda nicht losgeworden bin, habe ich dann doch öffentlich online gestellt. Zum Einen habe ich Facebook genutzt. Ich bin da Mitglied in einer Gruppe, die sich NETT-WERK Köln nennt. Die Gruppe hat mittlerweile knapp 100.000 Mitglieder und da braucht immer jemand was. Weil da allerdings so viel gespamt wird, werden die Angebote schon nach Sekunden von der Timeline verschluckt. Mit einigen Dingen war ich hier aber trotzdem erfolgreich.

Außerdem habe ich ebay Kleinanzeigen genutzt. Hier musst du etwas geduldiger sein. Bei manchen Sachen habe ich wochenlang nichts gehört. Und dann hat sich plötzlich doch noch jemand gemeldet. So bin ich sowohl größere Möbel wie meinen Esstisch mit Stühlen, als auch Kleinkram wie Küchengeräte los geworden.

ebay kleinanzeigen

Den Onlineverkauf habe ich nicht nur für die Möbel genutzt, sondern bin so auch einen Haufen Bücher, CDs und DVDs los geworden. Der Ankauf von gebrauchten Artikeln boomt momentan. Viele Anbieter wie reBuy oder momox haben Apps, mit denen du einfach den Barcode scannen kannst und dann sofort den Preis genannt bekommst. Besonders praktisch ist die App Bonavendi, die viele verschiedene Anbieter vergleicht. Da bekommst du bei einem Anbieter dann schon mal 10 Euro mehr für ein Computerspiel als bei einem anderen.

Auch Klamotten bin ich so los geworden. momox hat seit Kurzem auch einen Bereich für Kleidung. Bei dem ganzen Zeug, das ich im Schrank hatte, kam da schon einiges zusammen. Auch hier habe ich mich wieder gefragt, warum ich eigentlich so viele Klamotten habe. Und warum ich nie was wegschmeiße, wenn ich mir was Neues kaufe. Meinen 3-Meter Kleiderschrank brauche ich eigentlich überhaupt nicht.

3. Spenden und verschenken

Einen Teil der Klamotten, die momox mir nicht abnehmen wollte, habe ich gut verpackt in einen Kleidercontainer geschmissen. Ich habe die Altkleidersammlung von den Kölner Abfallwirtschaftsbetrieben genutzt. Da bin ich sicher, dass die Klamotten auch wirklich da ankommen, wo sie hin sollen. Es gibt so viele illegale Altkleider-Container, dass man mittlerweile wirklich aufpassen muss, in welchen Container man die Sachen schmeißt. In den normalen Hausmüll sollten Altkleider auf gar keinen Fall. Das produziert viel zu viel unnötigen Restmüll!

Altkleider Container

Einige Kleidungsstücke, die wirklich noch super in Schuss oder teilweise sogar ungetragen waren, und ausrangiertes Porzellan habe ich in Köln ins Basislager des Bürger für Obdachlose e.V. gebracht. Auf Basis von Spenden wird hier ein Gebraucht-Waren Kaufhaus betrieben, das Obdachlosen kostengünstig die Möglichkeit gibt, sich mit den Dingen für’s tägliche Leben auszustatten.

Kleinigkeiten wie 5-Euro-Lampen von Ikea habe ich verschenkt. Für die 2 Euro, die ich dafür noch bekommen hätte, lohnt sich der Aufwand gar nicht, die Teile im Internet einzustellen oder gar damit auf den Flohmarkt zu gehen. Die Standgebühr auf dem Flohmarkt ist teurer als das, was ich mit dem Rest, den ich noch hatte, überhaupt verdient hätte.

4. Wegschmeißen

Dinge, die ich weder verkaufen noch verschenken konnte, habe ich auf den Wertstoffhof gebracht. Das waren vor allem Sachen aus dem Keller, von denen ich schon gar nicht mehr wusste, dass ich sie besitze. Aber wenn Sachen 4 Jahre lang im Keller liegen, kann man auch nichts anderes mehr damit machen, als sie weg zu schmeißen.

Müllhalde

Ein neues Lebensgefühl

Ich besitze jetzt nicht mehr besonders viel. Natürlich gibt es auch Dinge, von denen ich mich einfach nicht trennen konnte. Die werden während der Reise bei meinen Eltern in Umzugskisten gelagert. So habe ich wenigstens ein paar Kleinigkeiten, mit denen ich nach unserer Rückkehr anfangen kann, die neue Wohnung wohnlich zu machen.

Es ist ein tolles Gefühl, fast nichts mehr zu besitzen. Ich habe fast nur noch das, was ich wirklich bei mir trage: einen Rucksack mit Klamotten und technischem Equipment, das ich brauche, um meine Eindrücke für die Nachwelt fest zu halten.

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch – heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben – und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

3 Kommentare

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  • Letztes Jahr bin ich ins Ausland gezogen und habe eine Wohnungsräumung durchgeführt. Einen großen Teil konnte ich verkaufen. Das was übrig blieb, habe ich anschließend verschenkt und war auch recht zufrieden damit. Die Wohnungsräumung habe ich durchgeführt, da ich meine Möbel nicht mitnehmen konnte.

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