Was kostet die Welt? Drei Wochen in Kuba

Kuba

Aktuell sagen alle das Gleiche über Kuba: falls du noch das echte Kuba erleben willst, solltest du sofort einen Flug buchen!

Durch die Annäherung zwischen Kuba und den USA tut sich auf der Karibikinsel aktuell nämlich eine ganze Menge. Wir durften zum Beispiel miterleben, wie die Läden neben der kubanischen TuKola plötzlich auch Coca Cola und Pepsi in die Regale stellten – zu einem Preis, der für Touristen zwar in Ordnung ist, für die Kubaner aber nicht bezahlbar. Während die TuKola 50 US-Cent kostete, wurden die Markenartikel zu einem Preis von ca. 1,15 USD verkauft.

Und seit wir im November / Dezember 2015 in Kuba waren scheint sich schon wieder einiges verändert zu haben. Als wir dort waren, bekamen wir von den US-Amerikanischen Touristen nicht besonders viel mit. Mittlerweile kommen sie aber wohl in Scharen – und das sorgt für eine ordentliche Steigerung der Preise für Essen und Übernachtungen.

Casa Particular, Santiago de Cuba

Typische Einrichtung in Kuba

Wir zahlten in 2015 noch zwischen 25 USD und 30 USD pro Nacht für ein Zimmer mit eigenem Bad und Klimaanlage in einer Casa Particular. Lange werden diese Preise vermutlich nicht mehr realistisch bleiben – so schade das auch ist.

Kuba war das Land auf unserer Weltreise, in dem wir am meisten gereist sind. Wir blieben nur zwei bis maximal vier Nächte an einem Ort, weil wir einerseits möglichst viel sehen wollten, andererseits aber nur drei Wochen Zeit hatten.

Wir landeten in Havanna und blieben dort zwei Nächte, bevor wir nach Trinidad, Santiago de Cuba, Santa Clara, Cienfuegos und Viñales fuhren. Zum Schluss verbrachten wir noch mal drei Nächte in Havanna.

Unterkunft

Wir übernachteten ausschließlich in Casas Particulares. Wer das echte Kuba kennenlernen will, der schläft nicht in überteuerten, anonymen Hotels!

In Havanna zahlten wir für ein Doppelzimmer mit eigenem Bad und Klimaanlage in einer wunderschönen Wohnung 30 USD pro Nacht. In allen anderen Städten zahlten wir 25 USD pro Nacht. Dazu kamen jeweils 4 USD bis 5 USD pro Person für das Frühstück, das alle Casas mit anbieten. Für den Preis kannst du in keinem Café in Kuba frühstücken gehen – die Portionen sind riesig! Es gab immer Brot, Butter, Käse, Eier nach Wunsch zubereitet, frisch gepressten Saft, Kaffee oder Tee, Salat, drei verschiedene Obstsorten und etwas Süßes – und zwar so viel davon, dass definitiv mehr als zwei Leute satt werden konnten.

Die Zimmer waren durchweg super. Sehr sauber, teilweise sogar mit separatem Eingang und zwei Doppelbetten ausgestattet. Unsere Gastgeber waren sehr freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Die Einheimischen wissen natürlich am besten, wo du als Tourist günstig essen kannst und was du unbedingt gesehen haben solltest.

Malecon in Havanna, Kuba

Um den Aufenthalt richtig genießen zu können ist es von Vorteil, zumindest ein bisschen Spanisch zu können. Denn bis auf unsere Gastgeber in Havanna konnte niemand, bei dem wir wohnten, auch nur ein Wort Englisch.

Bei Interesse gebe ich gerne ein paar gute Adressen weiter – schreib mir einfach eine Nachricht!

Insgesamt zahlten wir für die doch eher luxuriösen Übernachtungen inkl. Frühstück in Kuba 311,88 € pro Person.

Essen und Getränke

Die Casas bieten meistens nicht nur Frühstück, sondern auch Abendessen an. Wir aßen ca. die Hälfte aller Abende in Kuba in unserer Casa und konnten immer zwischen Fisch und Fleisch wählen. Der Rest ist immer gleich: Reis mit Bohnen, frittierte Bananen, Salat und Obst.

Ich muss sagen, dass es mir nach ungefähr zwei Wochen wirklich schwer fiel, das Essen noch zu genießen oder überhaupt mehr als drei Gabeln runter zu bekommen. Es war zwar immer ganz lecker, aber wenn du jeden Tag das Gleiche isst, wird’s halt irgendwann unschön. Und leider ist es in Kuba so, dass du auch in den meisten Restaurants dieses Essen serviert bekommst. Auf der Speisekarte gibt’s ab und zu auch noch Spaghetti mit Soße, aber die Nudeln sind total zerkocht und die Soße ist aus der Tüte.

Weitere Alternativen sind Sandwiches mit Schinken und Käse, die du oft in unscheinbaren Läden für 1 USD kaufen kannst – das ist allerdings hygienisch nicht einwandfrei. Und natürlich die berühmt-berüchtigte Fenster-Pizza, die nur ein paar Cent kostet. Die schmeckt übrigens gar nicht so schlecht, wie viele Leute behaupten. Aber kulinarische Highlights darfst du in Kuba leider nicht erwarten.

Cocktails in Viñales, Kuba

Dafür sind die Cocktails billig. Eine Piña Colada oder einen Mojito bekommst du schon für 1,50 USD. Und da kommt natürlich nur guter Rum rein – Fusel gibt’s in Kuba eh nicht.

Für Essen und Getränke gaben wir insgesamt 186,96 € pro Person aus. Natürlich abzüglich Frühstück, denn das ist ja bereits in den Kosten für die Unterkunft verrechnet.

Attraktionen

Kuba ist ja an sich schon eine Attraktion. Die ganzen tollen Autos. Die lebensfrohen Menschen. Das Zusammenspiel von total baufälligen und liebevoll restaurierten Gebäuden. Die vierspurigen Straßen, auf denen außer dir weit und breit niemand fährt. Einfach faszinierend!

Deshalb gaben wir in Kuba auch nicht besonders viel Geld für weitere Attraktionen aus – auf der Straße rumlaufen und staunen ist schließlich kostenlos (solange du kein Foto von einem Kubaner machst, der dafür dann 1 CUC haben will).

Kostenpflichtig waren lediglich unser Besuch in der Zigarrenfabrik in Santa Clara, ein Tauchgang in Cienfuegos, eine Busrundfahrt in Viñales und unsere Ausflüge zum Playa Ancón und nach Cayo Levisa.

Tauchen in Cienfuegos, Kuba

Den wunderschönen Playa Ancón erreichst du nach einer kurzen Busfahrt von Trinidad aus, die nur 2 CUC für Hin- und Rückfahrt kostet. Cayo Levisa ist eine der schönsten Inseln rund um Kuba mit traumhaft weißen Stränden und am günstigsten per Tagesausflug von Viñales aus zu erreichen, wenn du nicht genug Zeit hast, um auf Cayo Levisa zu übernachten.

Das Ganze kostete uns gerade mal 58,11 € pro Person.

Fortbewegung

Reisen in Kuba ist teuer. Zumindest für Touristen, denn für uns gibt es spezielle Busse – die Einheimischen fahren für einen Bruchteil des Geldes von A nach B.




Wenn man den Preis auf die Länge der Strecke umlegt, ist es zwar gar nicht so teuer – der Bus von Santiago de Cuba nach Santa Clara kostete zum Beispiel 33 USD für eine zwölfstündige Fahrt. Verglichen mit anderen lateinamerikanischen Ländern – Argentinien mal ausgenommen – liegt Kuba mit den Preisen aber doch schon recht weit oben.

Oldtimer in Havanna, Kuba

Taxifahrten kosten übrigens meistens das gleiche oder sind sogar noch einen Tick billiger. Und die Taxifahrer bringen dich an jeden Ort – ganz egal, wie lang die Fahrt dauert. Bei einem durchschnittlichen Monatslohn von 15 USD ist das verständlich. Wer würde nicht die Buspreise um ein paar Euro unterbieten, wenn er dafür in ein paar Stunden das Vielfache des Monatslohns verdienen kann? Für uns Touristen ist Taxifahren außerdem ein absoluten Highlight, denn die Taxen sind meistens wunderschöne Oldtimer.

Insgesamt gaben wir für die Fortbewegung in Kuba 205,84 € pro Person aus.

Sonstiges

Ansonsten gaben wir Geld für folgende Dinge aus: die Touristenkarte für die Einreise, einige Stunden Internetzugang, Liegen am Strand, diverse Toilettenbesuche, Wäschewaschen, Zigarren, Zahnpasta, Postkarten (die sogar angekommen sind) und Souvenirs. Außerdem mussten wir dem Mann, der unser Gepäck in den Bus geladen hat, Geld geben und Patrick war für kleines Geld beim Friseur.

Das machten noch mal 56,16 € pro Person.

Gesamtsumme

Insgesamt gaben wir also für knapp drei Wochen in Kuba 818,95 € pro Person aus. Das ist zwar etwas mehr, als wir eingeplant hatten, aber es ist auf jeden Fall im Rahmen und Kuba war es absolut wert!

Die Kostenaufstellung bezieht sich auf einen Trip mit zwei Personen. Kosten für die Unterkunft ändern sich natürlich je nach Personenzahl.

Die An- und Abreisekosten sind in der Aufstellung nicht enthalten. Wir waren im November und Dezember 2015 in Kuba – 1 € lag durchschnittlich bei 1,07 CUC (entspricht USD).

Rush Hour in Havanna

Rush Hour in Havanna

Hast du schon mal mehrere Wochen in Kuba verbracht? Wie viel Geld hast du ausgegeben?

Über den Autor

Mona

Früher saß ich den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch - heute bin ich angehende Weltenbummlerin, Fotografin, Texterin, Geschichtenerzählerin und Reiseplanerin.
In diesem Blog erzähle ich die Geschichten, die mein Freund Patrick und ich auf unserer Weltreise erleben - und gebe Tipps zur richtigen Vorbereitung einer Langzeitreise und zu einzelnen Reisezielen.

9 Kommentare

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  • Hallo Mona,

    vielen Dank für deinen tollen Artikel und die vielen Impressionen! Ich habe eine Frage zu der Verfügbarkeit der Übernachtungsmöglichkeiten. Meine Freundin und ich planen von Juli – August nach Kuba zu fliegen und fragen uns, ob man spontan vor Ort Unterkünfte finden kann, oder muss man diese schon im Voraus buchen?

    Es wäre super, wenn du vielleicht ein paar gute Adressen für uns hättest! 🙂

    Über eine kurze Rückmeldung – gerne auch von anderen Reisenden – würden wir uns sehr freuen!

    Viele Grüße
    Susi und Tim

  • Hallo Mona,
    dein Artikel hat uns sehr gefallen, wir wollen Januar und Februar 2018 nach Kuba. Natürlich auch in Apartments.
    Wir würden uns freuen wenn du uns Adressen mitteilen kannst, wollen natürlich nicht nur an einem Ort bleiben.
    Kannst du uns vielleicht noch Reiselektüren nennen, wo wir uns schlau machen können.
    Mit freundlichen grüßen
    Willi und Waltraut

  • Hallo Mona,

    vielen Dank für Deine interessanten Berichte.
    Würdest Du mir bitte Deine Liste der Unterkünfte auf Kuba zukommen lassen.

    sonnige Grüße
    Uwe

  • Hallo,

    vielen Dank für den interessanten Bericht. Wir (2 Leute) planen, im August oder September nach Kuba zu fliegen. Wir würden uns sehr freuen, wenn du vielleicht einigen Informationen wie Adresse für Unterkunft und Route-Tipp für Rundreise uns zukommen lassen kannst.

    Vielen Dank im Voraus und herzliche Grüße,

    Martin

  • Hallo Mona,

    vielen Dank für deinen interessanten Bericht.
    Mich würde auch die Adressen eurer Unterkünfte interessieren und ich würde mich sehr freuen, wenn du mir einige weitergeben würdest.

    Herzlichen Dank!

  • Hallo Mona,

    vielen Dank für deinen interessanten Bericht.
    Du hattest angeboten weitere gute Adressen für Unterkunft etc. rauszugeben.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir einige weitergeben würdest.

    Herzlichen Dank und weiterhin alles Gute!

  • Hallo Mona,

    danke dir für deinen tollen Reisebericht! Ich finde es gut und ermutigend, wie du beschreibst, dass man auch mit einem verhältnismässig geringen Budget nach Kuba reisen kann. Besonders durch die Übernachtung in einer Casa particular kann man wirklich Geld sparen, das sich für andere Attraktionen vor Ort besser ausgeben lässt.

  • Wir waren im März 2016 auch drei Wochen in Kuba und haben ohne Flüge etwa 1.400 Euro ausgegeben – also schon einiges mehr als ihr.
    Unsere Casas mit Frühstück waren insgesamt etwas teurer, die meisten haben 30 CUC die Nacht gekostet, nur Vinales war billiger, in Havanna haben wir aber sogar 45 CUC gezahlt (jeweils plus Frühstück). Dazu waren wir noch drei Nächte in einem All-in-Hotel auf Cayo Santa Maria, das hat schon allene 175 Euro pro Person gekostet.
    Das meiste darüber hinaus haben wir wohl für Ausflüge (z.B. Reitausflug in Vinales, Oldtimertour in Havanna, Fahrt zum Gran Piedra in Santiago und nach Topes de Collantes in Trinidad) ausgegeben und wir waren auch öfters in Restaurants statt in den Casas zu essen. Und es war halt auch Hauptsaison. Auch der Inlandsflug von Havanna nach Santiago hat 125 Euro pro Person gekostet.

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